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Praktikumsbericht vom 05.01.2017 bis 17.02.2017

Ausarbeitung von Altenpflegeschüler André Hey

André Hey Altenpfleger in Ausbildung
André Hey - Auszubildender Altenpfleger in Stuttgart

im Rahmen eines Praktikums in der Geriatrischen Abteilung des:

Caritas Socialis
Wohnbereich Erdberg 3. Etage
Rennweg 1
A-1030 Wien

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Hoffnung hat einen Namen:Caritas Socialis CS

 

Die CARITAS SOCIALIS (CS) wurde von Hildegard Burjan im Jahr 1919 als geistliche Schwesterngemeinschaft gegründet, um soziale Not im Geist christlicher Nächstenliebe zu lindern. Begleitet vom Schriftwort „Die Liebe Christi drängt uns“ sind die CS-Schwestern in verschiedenen sozialen Bereichen tätig geworden und haben auch eigene Werke geschaffen. So führen sie heute gemeinsam mit Mitarbeitern mehrere Pflege- und Sozialzentren, Hilfs- und Beratungseinrichtungen sowie Kindergärten und einen Hort. Die Gemeinschaft CARITAS SOCIALIS, zu der auch viele Freunde, Wohltäter und ehrenamtliche Helfer gehören, setzt sich für ein menschenwürdiges Dasein vom Lebensanfang bis zum Lebensende ein. Die CS will sich immer wieder von Menschen in Not herausfordern lassen neue Formen der Hilfe zu entwickeln und dadurch Gottes Liebe sichtbar zu machen.

Die CS Caritas Socialis Privatstiftung

Die CS Caritas Socialis Privatstiftung ist eine Privatstiftung, die im Jänner 2003 von der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis errichtet wurde.
Zweck der Stiftung ist die Unterstützung von Einrichtungen der CS Caritas Socialis:
Zum Beispiel des CS Hospitz Rennweg, der Pflege- und Sozialzentren, der Multiple Sklerose- bzw. Alzheimer-Betreuungseinrichtungen, CS Haus für Mutter und Kind MUKI, der Kindergärten und Hort.
Das der Stiftung gewidmete Vermögen (z.B.: Spenden, Erbschaften, Vermächtnisse, sonstige Zuwendungen) wird ertragreich angelegt. Diese Erträge kommen den genannten Bereichen zugute.

Caritas Socialis Wohnbereich Erdberg

Diese Station befindet sich im Nordtrakt des CS Pflege- und Sozialzentrums Rennweg
Im 3. / 4. Und 5. Stock.

Die Senioren sind vorwiegend zur geriatrischen Langzeitbetreuung mit dem Schwerpunkt „Wohnen“ neben der (re) aktivierenden Betreuung und Pflege aufgenommen. Die Defizite der Bewohner liegen hauptsächlich im psycho-geriatrischen und im palliativen Bereich. Viele von Ihnen sind nicht mobil.

Das Pflege- und Betreuungsteam besteht aus ca. 30 Mitarbeitern 
Zusätzlich werden die Senioren noch von ehrenamtlichen Mitarbeitern besucht, die vor allem die Sozialkontakte fördern.
Des Weiteren gibt es eine Seniorenbetreuung und einen Alltagsmanager auf der Station, die mit den Senioren Aktivitäten durchführen ( Basteln, Singen) bzw. kleine Ausflüge mit ihnen Unternehmen.
Einige Bewohner erhalten Therapien von Physio- und Ergotherapeuten oder von Logopäden.
Zur Lebensbegleitung steht der Sozial-pastorale Dienst bzw. Ehrenamtliche Mitarbeiter zur Verfügung.
Eine Hauspsychologin kann bei Problemen mit Senioren, Angehörigen und im Team zu Rate gezogen werden. Außerdem leitet sie Psychologiepraktikanten an.

Auf der Station besteht ein sogenanntes „Hausarztsystem“ das heißt es gibt keinen fix angestellten Arzt, sondern die praktischen Ärzte kommen 1- bis 2x / Woche zur Visite. An anderen Tagen sind sie telefonisch erreichbar.
Im Bedarfsfall kann ein Palliativmediziner bzw. ein Psychiater zum Konsiliar hinzugezogen werden.

 

Lernziele der Caritas Socialis für Praktikanten

Selbstkompetenz

  • Eigenverantwortung für das persönliche professionelle Erscheinungsbild und Verhalten
  • Mäeutische Zusammenarbeit in Multiprofessionellen und Multikulturellen Teams
  • Unterschied zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Vereinbarungen einzuhalten
  • Führung des Kompetenznachweises

Sozial- Kommunikative Kompetenz

  • Teilnahme und Mitarbeit bei mäeutischen Bewohnerbesprechungen
  • Verbaler und nonverbaler Beziehungsaufbau
  • Organisation von Arbeitsabläufen
  • Mäeutische Beziehungspflege unter Anleitung von Bezugspflegepersonen
  • unterschiedliche Gesprächstechniken
  • Biographie orientierter Beziehungsaufbau
  • Freude und Humor im Mäeutisch orientierten Tagesablauf
  • kreative Pflegeumsetzung

Fachkompetenz

  • Pflegekonzept der Mäeutik
  • Pflegeplanung mit Beobachtungsbogen, Charakteristik und Pflegekarte
  • Mäeutik und Hospizkultur
  • Bedürfnisgerechter, ressourcenorientierter Pflegeaufbau
  • Kinästhetik
  • Validation
  • Basale Stimulation
  • Aromapflege
  • Palliativpflege
  • Durchführung bzw. Begleitung zu diagnostischen od. therapeutischen Maßnahmen
  • Wundmanagement laut Tätigkeitsprofil
  • Pflege von Menschen mit zu- und ableitenden Systemen
  • Fachkompetenter Umgang mit Arzneimitteln
  • Durchführung von Hygienemaßnahmen
  • Mithilfe bei Bewohnerbezogenen Einzel- und Gruppenaktivitäten

 

Die 10 Leitsätze der Caritas Socialis für Praktikanten

  1. Wir bemühen uns um ein gutes (Arbeits-) Klima zwischen Praktikanten, Mitarbeiter, Klienten und Angehörigen
  2. Durch Integration der Praktikanten ins Team, wird ein Lernklima geschaffen, in dem wechselseitiges Lernen und gegenseitiger Wissenstransfer möglich ist
  3. Wir bauen mit den Praktikanten dabei ein Vertrauensverhältnis auf, daß es Ihnen ermöglicht, sich mit ihren Bedürfnissen, Problemen, Fragen, Kritik an uns zu wenden
  4. Wir schätzen die Praktikanten in ihrer Individualität und unterstützen sie in ihrer fachlichen / persönlichen Entwicklung
  5. Durch klare Lernziele, gezieltes Anleiten und regelmäßiges Feedback führen wir die Praktikanten zu selbstständigem und verantwortungsvollem Handeln
  6. Wir orientieren uns an klaren Vorgaben-(CS-Leitbild / Schule / Gesetz) / (intern / extern / gesetzlich) – die sowohl uns als auch den Praktikanten Qualitätssicherung, Struktur und Führung geben
  7. Durch die Unterstützung des Teams und der Leitung, wird den Praxisanleitern Zeit für die Praktikanten zur Verfügung gestellt
  8. Freude an der Arbeit und Humor werden als Ressource genutzt
  9. Wir begeistern die Praktikanten für die vielfältige Arbeit in der CS mit Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und Lebenssituationen
  10. Wir prägen durch professionelle und engagierte Arbeit den Ruf der CS

 

Tagesablauf im Wohnbereich Erdberg als Praktikant

  • Morgens um 7.00 Uhr ist eine morgendliche Besprechung mit Übergabe von der Nachtschicht an den Frühdienst
  • Ab 7.30 Uhr beginnt der Frühdienst mit der Körperpflege der Bewohner und bringt diese dann, sofern sie mobil und willens sind angezogen zum schon vorbereiteten Frühstück
  • Um 9.00 Uhr kommt dann eine weitere Pflegekraft zur Unterstützung bei der Körperpflege und der Pflege der Bewohner
  • Bis um ca. 10.30 Uhr sind dann alle 15 Bewohner der Etage gepflegt und beim Frühstück oder einer Gruppenaktivität
  • Bis 11.00 Uhr sollte dann die gesamte Morgendokumentation im Computersystem der CS erfasst worden sein
  • Um 11.00 Uhr gibt es dann eine weitere Besprechung, bei der neueste Erkenntnisse und Veränderungen bei den Bewohnern besprochen werden, sowie Pflegemaßnahmen oder das hinzuziehen eines Arztes mit der Wohnbereichsleitung besprochen wird
  • Um 11.30 Uhr gibt es dann für die Bewohner das Mittagessen.
    Da viele Bewohner Bettlägerig sind wird diesen vom Pflegepersonal das Essen gereicht
  • Ab ca. 12.00 Uhr nach dem Essen werden die Bewohner vom Essenstisch zu einer weiteren Körperpflege (Einlagen wechseln) in ihre Zimmer geführt und dann je nach Bedarf in einen Gemeinschaftsbereich, zu Veranstaltungen oder zu einem Mittagsschlaf gebracht
  • Um 14.30 Uhr gibt es die sogenannte Mittagsjause (bei uns Kaffee und Kuchen).
    In den Nachmittagsstunden bis zum Abendessen, welches es ab ca. 17.00 Uhr gibt, sind nochmals Möglichkeiten für Therapeuten oder Gemeinschaftsaktivitäten
  • In der Regel hatte ich als Praktikant dann um 15.00 Uhr bzw. 15.30 Uhr Feierabend.
    Die Bewohner werden dann je nach Wunsch und Kraft ab 18.00 Uhr zu Bett gebracht

 

2x Wöchentlich war zu dem normalen Pflegepersonal dann noch Vormittags eine Kinäesthetik-Trainerin auf der Etage um die Bewohner und auch das Pflegepersonal zu unterstützen und anzuleiten. Diese Besuche der Trainerin habe ich nach bester Möglichkeit genutzt um so viel wie möglich von Kinäethetik und deren Handhabung zu lernen. Kinäesthetik ist auch ein bedeutender Bestandteil des von des Mäeutischen Pflegemodells, nachdem die CS arbeitet. In dem Mäeutischen Pflegemodell steht der verletzliche Mensch mit all seinen individuellen Bedürfnissen sowie den an der Pflege beteiligten Pflegepersonals im Mittelpunkt.

Zweimal hatte ich die Möglichkeit mit einem Bewohner ins Krankenhaus zu gehen. Beim ersten Mal war es ein Kontrollbesuch mit einer Bewohnerin. Beim zweiten Mal war es aufgrund eines Sturzes einer Bewohnerin zur Abklärung.

An Veranstaltungen, wie einer gemeinsamen Geburtstagsfeier der Station, bei der Geburtstage von 3 Bewohnern für den Monat gefeiert wurden für den Monat Januar konnte ich an der Planung, Vorbereitung und Durchführung teilnehmen. Weiterhin konnte ich an einem Stationsübergreifenden „Tanzcafe“ teilnehmen von der Planung bis zur Durchführung.

 

Fazit und Lernerfolg als Praktikant bei der CS

In den 6,5 Wochen meines Praktikums konnte ich vielfältige Arbeitsbereiche kennenlernen, welche in der Pflege in einem Pflegeheim verrichtet werden.

Was mich besonders beeindruckte war die Einbindung von Kinästhetik in die Pflege und den Pflegeablauf. Da dieses Thema von Seiten der CS nicht nur als ein Vorteil für die Bewohner gesehen wird, sondern auch als Sicherung des Mitarbeiterpools. Die krankheitsbedingten Ausfälle durch Rückenbeschwerden wurden erheblich minimiert. Da zweimal wöchentlich eine Kinästhetik Trainerin auf der Etage war um Mitarbeitern und Bewohnern bei Arbeits- und Pflegeabläufen behilflich zu sein.

Diese Besuche habe ich als Praktikant sehr gut nutzen können und diese Zeiten genutzt, um von dieser Trainerin viel zu lernen.

Weiterhin hat mir dieses Praktikum einen guten Einblick gegeben über die Arbeitsweise in Pflegeheimen. Auch konnte ich bei Bettlägerigen Bewohnern Sicherheit im Pflegeprozess und Ablauf bekommen. Das Modell der Mäeutischen Pflege wurde mir anhand von vielen Beispielen klar, da dieses Pflegemodelle viele anderen großen Pflegemodelle wie z.B.:

  • Monika Krohwinkel
  • Validation nach Naomi Feil
  • Kinästhetik
  • Bobath

als Grundlagen hat und diese zu einem gemeinschaftlichen Modell namens Mäeutik zusammengefasst hat. Zusätzlich geht man bei der Mäeutik davon aus, dass jeder Mensch verletzlich ist, der einzelne Bewohner mit seinen Wünschen und Bedürfnissen steht im Vordergrund. Auch werden die Wünsche des Bewohners beachtet und ernst genommen, selbst wenn diese ansonsten nicht in den pflegerischen Tagesablauf passen oder für das Pflegepersonal die Gründe nicht ersichtlich sind.

 

Ich konnte in diesem Praktikum selbstständig mit geriatrischen Bewohnern arbeiten und umgehen. Berührungsängste die ich bis zu dem Praktikum hatte wurden komplett abgebaut. Ich konnte auch einen Einblick in die Vorteile gewinnen, die es mit sich bringt in einem Pflegeheim zu arbeiten. Es stach besonders hervor, dass man über einen längeren Zeitraum hinweg Zeit mit den Bewohnern verbringt und somit eine bessere Möglichkeit hat auf Krankheitsbilder und deren auf die Personen bezogenen Besonderheiten einzugehen. Die festen Zeiten und Strukturen in einem Pflegeheim geben einem zusätzliche Sicherheit und man hat immer die Möglichkeit sich sofort eine zweite Meinung eines Kollegen einzuholen. Bei einem Notfall, wenn zum Beispiel ein Bewohner stürzt, hat man über den Notfallknopf innerhalb kürzester Zeit eine helfende Person an der Seite.

Allerdings sind es auch diese gefestigten Strukturen, die Erneuerungen und innovative Ideen Zeitweise etwas schwierig machen.

 

Danksagung

Ich möchte mich bei allen die mir bei der Vorbereitungen, der Durchführung und der Nachbereitung unterstützt haben

  • D. Wohlfarth - DOKA Pflegedienst ermutigte mich diese Ausbildung zu machen
  • B. Pfeiffer - DOKA Pflegedienst als meine Mentorin
  • Silke Harrington - Meine Partnerin die mir liebevoll den Rücken frei gehalten hat
  • Frau Dornheim - Schulleiterin der Pflegeschule die mir jederzeit geduldig mit Rat und Tat zur Seite gestanden ist
  • Frau Jorde - Die Kursleiterin in der Altenpflegeschule
  • Erasmus Sprachenmarkt, diese machten durch das Stipendium dieses Auslandspraktikum erst möglich
  • Mein besonderer Dank geht an die Mitarbeiter und Bewohner der Caritas Socialis in Wien und im speziellen an die Kinästhetik Trainerin Erika Klenk

recht herzlich bedanken - "VIELEN DANK!"

 

Quellennachweis

Praktikantenmappe der CS Wien

Die Bewohner der CS Wien Wohnbereich Erdberg

Die Mitarbeiter der CS Wien

 

Versicherung

Hiermit versichere ich André Hey, dass ich diese Arbeit alleine und Ohne fremde Hilfe erstellt habe

Bei Fragen oder Anregungen könnt ihr mir gerne eine Mail schicken an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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